Fühlst Du Dich angesprochen?
Hast du über das Asperger Syndrom gelesen oder etwas im Fernsehen gesehen? Hast Du den Eindruck, es könnte auch auf Dich zutreffen? Wie könnte es weiter gehen?
Informationen
Der erste Schritt sind natürlich die vielen Informationen zu dem Thema im Internet. Meine eigene Erklärung oder auch der Artikel in der Wikipedia geben einen ersten Überblick. Mein Video hilft bestimmt auch weiter und ich versuche, in meinen kleinen Geschichten auch etwas anschaulicher zu zeigen, was Autismus ist.
Selbsttests
Es gibt im Internet einige Selbsttests und Fragebögen. Hierbei kommt es natürlich darauf an, dass man die Fragen ehrlich beantwortet, es bringt nichts, sich selbst zu belügen. Meiner Meinung nach, sind viele dieser Fragen nur schwer zu beantworten und hängen sehr von Randbedingungen ab. Deshalb sind diese Tests natürlich nicht absolut verlässlich. Sie geben aber doch einen guten Anhaltspunkt. Tests finde man zum Beispiel auf der Webseite von Aspiergia. Es gibt auch einige “Checklisten”. Meiner Meinung nach sollte man die nicht zu wörtlich nehmen. Niemand auf der Welt wird alle diese Merkmale erfüllen. Man kann daraus eine Vorstellung gewinnen, wie ein Mensch mit AS ist. Tatsächlich im einzelnen “abhaken” sollte man sie (wenn überhaupt) mit Bedacht.
Die eigene Vergangenheit
Wesentlich für Autismus ist, dass die “Besonderheiten” schon seit der frühen Kindheit bestehen. Vielleicht ist ein Gespräch mit den Eltern möglich? Vielleicht finden sich in alten Arztberichten oder Schulzeugnissen Hinweise? Wenn man Schwierigkeiten im Sozialen hat, ist es wichtig sich zu fragen, ob das “schon immer so war”, oder ob es vielleicht auch später aus anderen Gründen so geworden ist.
Foren im Internet
Über Foren, wie bei Aspies e.V. oder Aspergia kann man sich unkompliziert und quasi anonym über das Thema austauschen. Einige Foren (Aspiergia) erwarten eine Anmeldung bei einem Moderator, bevor man Zugang bekommt, das klappt aber schnell und problemlos. In den seriösen Foren erledigen die Moderatoren ihre Arbeit gut, trotzdem sollte man (wie immer im Internet) nicht alles glauben, was man zu lesen bekommt.
Selbsthilfegruppen
Ich konnte mir das Asperger Syndrom erst richtig vorstellen, als ich andere Betroffene kennengelernt habe. Man merkt, ob man ähnlich ist. Ich habe dort auch zum ersten mal wirklich “fühlen” können, dass es eben auch nicht so “krass” und stereotyp ist, wie oft behauptet wird. Das machte es mir leichter, mich damit zu identifizieren. Man sieht auch, warum es für andere Menschen anders ist, mit einem selbst umzugehen, denn hier sieht man es auch einmal aus der anderen Perspektive. Eine Selbsthilfegruppe ist eine gute Möglichkeit, andere Menschen mit AS oder Autismus zu treffen. Ich würde es jedem empfehlen, der es bei sich selbst vermutet. Das gibt viel Unterstützung. In einer Selbsthilfegruppe wird normalerweise nicht verlangt, dass man durch einen Arzt diagnostiziert wurde. Der Verein Aspies e.V. bietet eine Liste von Gruppen im Internet an.
Ärztliche Diagnose
Eine professionelle Diagnose zu bekommen, ist leider gar nicht so einfach. Das ist ganz klar eine Aufgabe für einen Spezialisten, und die sind leider rar gesät. Eine Möglichkeit ist die Autismus Sprechstunde der Uniklinik Köln., dort habe ich meine Diagnose bekommen. Der Verein Aspies e.V. bietet auch eine Liste von Ansprechpartnern im Internet an.
Was bringt eine Diagnose?
Sie bringt viel an persönlicher Erkenntnis, allerdings kann sie auch bedrückend wirken, denn sie kann das Ende der Hoffnung, doch “wie die anderen sein” zu können, eine solche Phase vergeht aber, meiner Meinung nach überwiegen klar die Vorteile. Eine Diagnose ist meist nötig, um spezielle Hilfs- oder Therapieangebote nutzen zu können, wenn man grosse Probleme hat, hilft sie auch einen Behindertenausweis zu bekommen. Allerdings: Die Diagnose ist keine Lösung aller Probleme. Man wird dadurch kein anderer Mensch. Meine Ansicht dazu ist auch, AS ist nicht “Ursache” für irgendwas. Ein Mensch hat bestimmte Eigenschaften, und man hat sich “ausgedacht”, eine gewisse Kombination von Eigenschaften eben “AS” oder “Autismus” zu nennen. Autismus ist demnach nicht Grund für irgendetwas, sondern nur eine Bezeichnung dafür.
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