Hans Asperger - einer von uns?
Hans Asperger beschrieb in den 1940er Jahren erstmals das, was wir heute “Asperger Syndrom” nennen. Vieles deutet darauf hin, dass er selbst davon betroffen war….
Wr wurde 1906 geboren. Er soll spät sprechen gelernt haben und soll sich als Kind gerne selbst “zitiert” und auffallend “förmlich” ausgedrückt und über sich selbst in der dritten Person gesprochen haben. Er zitierte schon als Kind und auch während seines ganzen Lebens oft den Dichter Franz Grillparzer, ob die Leute es nun hören wollten oder nicht. Er wurde als distanziert und auch als etwas ungeschickt beschrieben.
Er hatte ein grosses Wissen über Sprache und Literatur, von der Familie lebte er eher isoliert.
Natürlich sind “Diagnosen” von nicht mehr lebenden Menschen kaum möglich, aber er zeigte doch viele Merkmale der Besonderheit, die erst einige Jahre nach seinem Tode nach ihm benannt wurde.
Seine Berichte über Autismus - er bezeichnete es noch als “autistische Psychopathie” - sollen auf der Arbeit mit etwa 400 betroffenen Kindern beruht haben.
Besonders ist, dass er sich mit seinen Patienten sehr verständnisvoll beschäftigte, was gerade in der Psychiatrie zur Zeit des 2. Weltkrieges alles andere als üblich war. Damit ist nicht nur Verständnis im emotionalen Sinne gemeint, sondern eben auch ein tiefgehendes “Verstehen” der Besonderheiten. Dabei hob er auch (neben allen Problemen, die er nicht leugnete) die Stärken dieser Menschen hervor. Er ging auch von einer positiven Lebensprognose aus, er beschrieb exemplarisch, wie eines der Kinder später Professor wurde und einen bemerkenswerten wissenschaftlichen Beitrag leistete.
Für viele Jahre gerieten leider nicht nur seine Arbeiten weitgehend in Vergessenheit, sondern auch die positive Einstellung gegenüber autistischen Menschen, die in den folgenden Jahrzehnten deutlich negativer wurde.
Die Tatsache, dass viele Autisten auch besondere Stärken haben, wird erst langsam wieder “entdeckt”.
Der Autismusforscher Christopher Gillberg schrieb 1990, dass Asperger ein bemerkenswertes Verständnis für die Persönlichkeit dieser Menschen hatte und dass man annehmen kann, dass er sich selbst im (nicht zu eng ausgelegtem) autistischen Spektrum befand.
Die Menschen, die Autismus und das Asperger Syndrom sehr negativ sehen, sollte das zum nachdenken anregen: Menschen im autistischen Spektrum können nicht nur wissenschaftlich oder technisch, sondern auch sozial einen wichtigen Beitrag leisten.
Posted in Allgemein |