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Christian Köhler - Autismus Blog

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Sich bewegen kann etwas bewegen

Juni 7th, 2009 by admin

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich hier etwas über Sport schreibe? Was hat das mit Autismus zu tun? Sehr viel, wie ich denke. Sport kann eine grosse Hilfe sein….

Dieses Bild habe ich am 21.5.2009 bei der Rollnacht in Düsseldorf aufgenommen. Es ist eine Tour auf Inlinern durch Düsseldorf mit sehr vielen Menschen.

Aber was hat das nun mit Autismus zu tun?

Autismus beinhaltet oft Probleme mit der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Das weiss ich nicht nur von mir, sondern auch von einigen anderen Menschen mit Autismus, mit denen ich Kontakt habe. Das äussert sich nicht nur in einem statistisch signifikantem Zusammenhang zwischen dem Asperger Syndrom und Essstörungen, sondern auch in der oft beschriebenen “Ungeschicklichkeit” und schlechten Koordination.

Leider entsteht so leicht ein Teufelskreis. Durch wiederholte Misserfolge hat man immer weniger Freude an Bewegung, was den Zustand nicht gerade verbessert. Irgendwann werden kleine Probleme am Körper, wie sie eigentlich jeder hat, z.B. ein Zahnproblem oder eine Sehschwäche, extrem wahrgenommen, es kann sich steigern zu Wut oder gar Hassgefühlen gegen den eigenen Körper.

Was kann man tun?

Anfangen. Mit allem, bei dem man den Körper wahrnehmen kann. Dafür gibt es sicher viele Möglichkeiten, wichtig ist, dass man sich nicht überfordert. Mit der Zeit wird man den Körper wieder positiver wahrnehmen und ich gehe davon aus, dass sich auch an dem Grundproblem etwas verbessern lässt. Wahrnehmung lässt sich fördern, auch im Bezug auf sich selbst. Ich habe irgendwann mit Schwimmen angefangen, am Anfang mit Mühe 5 Minuten, dann immer weiter gesteigert. Es hat mir nicht nur geholfen, Übergewicht los zu werden, sondern auch selbstbewusster zu werden. Das gibt mehr Kraft zum Umgang mit anderen Problemen.

Ein interessantes Video

habe ich bei YouTube gefunden zu dem Thema, es geht um sensorische Integrationsstörung, was beim Asperger Syndrom oft “mit dabei ist”:

Was könnte für Menschen mit solchen Problemen getan werden?

Gerade Kinder erleben im Sport in der Schule, aber auch oft in Vereinen eine starke Ausrichtung auf Leistung. Dabei werden die Kinder teilweise sogar gegeneinander ausgespielt. Man lässt Mannschaften wählen, der “schwächste” bleibt übrig und aus einem sportlichen Scheitern wird auch noch ein Erlebnis sozialer Ausgrenzung.

Die wenigsten, die Schulsport machen, werden in ihrem Leben jemals Leistungssport betreiben. Für mich wäre ein Umdenken angesagt, hin zu einer positiveren Wahrnehmung von sich selbst und einem guten Umgang mit dem Körper. Das würde vielen Menschen mehr nützen und wäre ein Beitrag zur Prevention vieler Probleme.

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