BenX

Der Film BenX thematisiert das Asperger Syndrom. Er lief letztes Jahr im Kino und ist seit einiger Zeit auf DVD erhältlich. Lesen Sie meine Meinung als Betroffener zum Film…Kurze Zusammenfassung
Der Film zeigt im Stil einer Fernsehreportage das Leben und den Werdegang von Ben. Er ist in der Schule Aussenseiter, wird gemobbt. Er hat gute Noten, kann sich aber nur mit grosser Mühe im Leben zurechtfinden. Irgendwann wurde bei ihm das Asperger Syndrom entdeckt. Er ist begeisterter Spieler des Online Rollenspiels Archlord, dort nennt er sich Ben-X und kann ein Held sein und hat dort auch eine Freundin. Seine Mitschüler schikanieren ihn auf brutale weise, sie filmen den Übergriff und ein sehr peinliches Video landet im Internet. Weil er sich nun auch in der Online Welt ruiniert sieht, plant er das grosse “Endspiel”, also seinen Selbstmord. Seine Freundin aus dem Spiel will ihm helfen und ihn zum ersten Mal im wirklichen Leben treffen. Er sieht sie am Bahnhof, kann sie aber nicht ansprechen. Nach dieser Enttäuschung will er nur noch “weg”, aber im letzten Moment entscheidet er sich gegen den Selbstmord, die Freundin begleitet ihn nun in seinen Gedanken und die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung.
Kontroverse
Es gab in Foren unter den Betroffenen viele Diskussionen über den Film. Ihm wurde oft “Sensationsgeilheit” vorgeworfen und dass er die Autisten in eine gewisse Ecke stellen würde. Das drängt sich auch auf, denn es wurden sehr medial presente Themen verarbeitet, vor allem auch das “Happy Slapping” bzw. “Mobile Bullying” und natürlich die “bösen” Videospiele. Insbesondere weil das Leben für Ben, wie es im Film dargestellt wird, in seinem Inneren eine Mischung aus der realen Welt und dem Spiel ist. Diese Kombination aus Realität und Videospiel ist im Film filmisch sehr gelungen umgesetzt.
Die Darstellung von Ben
Ben und sein Autismus werden in dem Film sehr überzeugend dargestellt. Der Zuschauer kann anschaulich erleben, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, die einem fremd ist und von der man dauernd “hin und her geschoben” wird. Die typische Denkweise, alle diese Dinge für sich erklären zu müssen und dauernd kontrolliert zu handeln, sei es auf Druck von aussen oder aus dem Wunsch heraus, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, kommt gut rüber. Auch die schwierige Situation der Eltern wird für mich überzeugend dargestellt.
Realistisch?
Ja und nein. Natürlich wirkt in dem Film vieles sehr “krass”. Einige Szenen sind wirklich nichts für schwache Nerven, die Altersfreigabe ab 12 halte ich für zweifelhaft. Der Film dürfte viele Kinder in dem Alter überfordern. Das ist wohl auch Notwendigkeit des Mediums. Immerhin werden Entwicklungen, die in der Realität Jahre oder Jahrzehnte dauern, auf 90 Minuten zusammengefasst. Die Angriffe der Mitschüler werden in echt meist subtiler sein und sich über einen langen Zeitraum erstrecken, im Film musste das auf einen Vorfall komprimiert werden. Dennoch, wenn ein Kind mit Asperger Syndrom auf einer “Assi Schule” ist, könnte es sich so abspielen. Gerade deshalb wirkt der Film auch erschreckend, es sind eben keine Monster oder Killer, von denen jeder weiss, dass es sie doch nicht gibt, sondern Schüler und ein Umfeld , wie es sie (leider) wirklich gibt.
Man merkt, dass es keine Hollywood Produktion ist. Dort hätte er einfach das schöne Mädchen als Freundin bekommen und es hätte ein (plumpes) Happy-End gegeben.
Bei alle dem sollte man natürlich nicht vergessen, dass der Film keine Dokumentation, sondern ein Unterhaltungsfilm ist. Er beruht allerdings auf einer wahren Begebenheit, dieser Schüler hat sich aber leider wirklich das Leben genommen.
Empfehlenswert
Für mich ist der Fim durchaus eine Empfehlung wert. Er läuft ca. 89 Minuten. Er ist auf DVD erhältlich. Die DVD beinhaltet auch die Originalsprache (Flämisch) und einiges Bonusmaterial.
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Mai 15th, 2009 at 20:13
Hallo Christian
Benx ist es ja von deiner beschreibung des Filmes fast genauso ergangen wie mir und vileicht vielen anderen Autisten auf dieser Welt. Nur das ich zu Schuhlzeiten nicht wusste warum ich so anders bin. Aber das mit dem mobben und dem Suizid (gedanken) kenne ich. Dan werde ich mir den Film mal bald ansehen.
Gruss Kira
Mai 16th, 2009 at 08:05
Hallo Kira,
ds ist doch gerade das, was den Film so erschreckend macht:
So kann es in Wirklichkeit auch geschehen!
Christian
Juni 2nd, 2009 at 01:51
Hi, good post. I have been wondering about this issue,so thanks for posting.
August 22nd, 2009 at 23:41
[...] zum Thema Mobbing im Autismus Therapiezentrum in Hilden Teil. Dort wurde zunächst der Film Ben-X vorgeführt, danach berichteten Eltern von Kindern mit dem Asperger Syndrom über ihre Erfahrungen [...]