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Christian Köhler - Autismus Blog

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Plötzlich ein anderer Mensch?

Mai 3rd, 2009 by admin

Neulich erfuhr etwas ich von einem Menschen, der lange Zeit nicht wusste, dass er im autistischen Spektrum ist. Er hat schon lange seinen Beruf ausgeübt, kam darin auch gut zurecht. Nachdem ihm eine autistische Besonderheit diagnostiziert wurde, will er nun den Beruf aufgeben und einen Antrag auf eine Rente stellen.

Ein anderer ist Vater eines Jungen, der auch leicht autistisch ist. Der Vater sagte, dass er sich schon früher sehr in vielen Eigenschaften seines Sohnes wiedererkannt hat. Er hat das ganz normal gefunden. Als dann festgestellt wurde, dass auch er betroffen ist, änderte sich seine Einstellung. Was früher selbstverständlicher Teil seines Lebens war, wurde plötzlich zum Symptom einer “Behinderung”. Entsprechend streng geht er nun mit sich selbst und auch mit dem Jungen um.

Ist das nicht traurig?

Ich wusste auch 28 Jahre davon nichts. Soll ich nun meinen Beruf aufgeben, der gut funktioniert? Soll ich meine Freunde verlassen, nur weil manchmal behauptet wird, Autisten seien immer alleine? Selbsterkenntnis ist wichtig. Aber im Positiven. Nicht um sich selbst aufzugeben!

Eine Diagnose ist und bleibt ein Stück Papier. Man wird kein anderer Mensch!

Posted in Allgemein |

3 Responses

  1. Kira Says:
    Mai 8th, 2009 at 20:24

    Hallo Christian
    Ich kann es aber zum teil verstehen das Menschen nach einer AS diagnose so reagiren. Ich habe am 3.9.09 auch erfahren das ich AS habe und bin in ein sehr tiefes Loch gefallen aber solangsam befreie ich mich daraus.
    Wen man die diagnose hat ist ja auch in den meisten fällen nimand da der ein auffängt. Man ist kein anderer Mensch das stimmt aber man weis nicht wie man damit umgehen soll.
    Mfg Kira

  2. admin Says:
    Mai 8th, 2009 at 21:31

    Hallo Kira,
    ja, das Problem kenne ich leider auch. Nach der Diagnose wurde meine Frage, “Was empfehlen Sie mir jetzt” auch
    nicht beantwortet und es dauerte lange, bis ich Hilfe fand. Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, bis ich davon einigermassen
    erholen konnte. Ich musste Zeitweise auch Medikamente nehmen. Einfach war es wirklich nicht für mich. Aber der Job
    hat mir geholfen. Aufgegeben hätte ich den bestimmt nicht.

    Grüsse
    Christian

  3. Hempi Says:
    Mai 10th, 2009 at 19:38

    “Eine Diagnose ist und bleibt ein Stück Papier. Man wird kein anderer Mensch!”

    Ein starker Satz, der mich sehr beeindruckt hat!

    Ich musste sogar erst 32 werden, bevor ich vor kurzem meine Diagnose gestellt bekommen habe. Dein Satz gibt meine eigenen Gefühle besser als kein anderer wieder! Ich kann nur hoffen, dass ich am Ende bei derselben Erkenntnis herauskomme. (In meinem Herzen trage ich sie schon längst, aber ob es mir gelingt, mit dem Bewusstsein einer Diagnose auch weiterhin danach zu leben, steht auf einem anderen Blatt)

    Starke Seite, weiter so!

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